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Die Geschichte des Vereins...

ist auch die der Georgsanstalt - der Ehemaligen, Freunde und Schüler

 

Festschriften zu den Schul- und Vereinsjubiläen

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1888-2013 | Von der "Vereinigung Alter Ebstorfer Ackerbauschüler" zum "Verein der Ehemaligen und Freunde der Georgsanstalt"

Die 125-jährige Geschichte des Vereins der Ehemaligen und Freunde der Georgsanstalt ist - wie es schon der Name nahelegt - untrennbar mit der Geschichte der Ausbildungsstätte Georgsanstalt verbunden. Alle prägenden Ereignisse, ob Höhen oder Tiefen, Krisensituationen oder feierliche Festakte, wurden und werden vom VEdG mitgetragen. Das erklärt sich bereits aus der Initialidee, wurde der Verein doch 1888 gegründet um den Erhalt der Schule in einer Zeit wirtschaftlicher Rezession sichern zu können. Die Entwicklung des Vereins, von den Anfängen als "Vereinigung alter Ebstorfer Ackerbauschüler" bis zum heutigen "Verein der Ehemaligen und Freunde der Georgsanstalt" reflektiert der Text zur Vereinsgeschichte, der auch in der Festschrift anlässlich unseres 125-jährigen Jubiläums 2013, erschienen ist.

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1888-2013 | Von der "Vereinigung alter Ebstorfer Ackerbauschüler" zum "Verein der Ehemaligen und Freunde der Georgsanstalt"

Die Gründung des Vereins

"Altschüler der Georgsanstalt gründen einen Verein". So oder ähnlich hätte eine Schlagzeile im Jahr 1888 lauten können, als etwa 90 Absolventen dem Hilferuf Direktor Enckhausens folgten und nach Ebstorf reisten,
um ihre Georgsanstalt zu retten, denn die Schule sollte geschlossen werden.

"Ehemalige und Freunde der Georgsanstalt unterstützen seit 125 Jahren ihre Schule" – möglicherweise eine Schlagzeile in der heutigen Tageszeitung. Denn ohne den "Altschülerverein", wie er von einigen noch liebevoll genannt wird, den "Verein der Ehemaligen der Georgsanstalt" oder, seit 2012, den "Verein der Ehemaligen und Freunde der Georgsanstalt" wäre unserer Schule ein anderes Schicksal beschieden gewesen.

Die Geschichte des Vereins ist untrennbar mit jener der Schule verbunden. Zu Ostern 1855 gründete der damalige Pächter der Königlichen Domäne Ebstorf Dr. Eduard Fischer eine der ersten Ackerbauschulen im Königreich Hannover. Anlässlich der Einweihung des von Ebstorfer Bürgern finanzierten Schulgebäudes im Oktober 1861 verlieh der hannoversche König Georg V. der Schule das Recht, fortan den Namen "Georgsanstalt" zu tragen. Nachdem Dr. Fischer 1864 Ebstorf verlassen hatte, wurde die Georgsanstalt zunächst von der hannoverschen Regierung verwaltet und war so den politischen Wirren im Vorfeld der Gründung des Deutschen Reiches ausgesetzt, bis sie 1876 schließlich dem Landesdirektorium der Provinz Hannover unterstellt wurde. Die "Provinzial-Ackerbauschule (Georgsanstalt) Ebstorf" galt bald als so innovative Bildungsstätte, dass das Landesdirektorium bereit war, in eine der Schule angegliederte Demonstrations- und Versuchswirtschaft zu investieren. Hier konnten Schüler das theoretisch Erlernte in praktischer Anwendung testen und Lehrer die Anbindung an die Praxis erhalten. Die Georgsanstalt entwickelte sich so für die Region zu dem, was heute gerne unter dem Begriff "Kompetenzzentrum" zusammengefasst wird.

Das konnte aber nicht verhindern, dass die Schülerzahlen in der wirtschaftlich schwierigen Zeit Ende der 1880er Jahre dramatisch zurückgingen. Hinzu kam, dass die Versuchsanstalt immer noch keine Gewinne erwirtschaftete. Zusammen genommen führte das dazu, dass in der Politik Stimmen laut wurden, die die Schließung von Schule und Versuchsanstalt forderten.

In dieser Situation wandte sich der damalige Direktor der Georgsanstalt, Dr. Enckhausen, an seine ehemaligen Schüler. 90 Absolventen folgten diesem Ruf und trugen durch ihr Eintreten zum Erhalt der Schule bei. 1888 entstand aus diesem zunächst losen Zusammenschluss die "Vereinigung alter Ebstorfer Ackerbauschüler", deren Vorsitz in den ersten Jahren der Schuldirektor und ab 1908 ein "Altschüler" innehatte, denn man war der Überzeugung, ein Altschüler könne die Interessen der Schule gegenüber den Behörden vielleicht eindrücklicher vertreten, als es dem Direktor als Staatsdiener möglich wäre. Die Geschäftsführung des Vereins lag seit 1906 in den Händen eines Lehrers. Der erste in der Reihe der Geschäftsführer war Friedrich Schnur, der 1908 auch die Tradition der Mitteilungsblätter für die ehemaligen Schüler ins Leben rief. Ein aktives Vereinsleben in Gang zu halten war dennoch nicht einfach. Schließlich kamen die Mitglieder aus allen Teilen Norddeutschlands, schnelles Reisen wie heutzutage war unmöglich, Internet nicht vorstellbar.

50 und 75 Jahre Schuljubiläum

So kam es in den 1920er Jahren zur Bildung von Zweigstellen in Bleckede, Burgwedel, Fallingbostel, Hoya-Syke, Winsen/Luhe und Lüchow. Die Lüchower zeichneten sich dabei durch besonderes Engagement aus: Sie gründeten einen regelrechten Zweigverein. Regelmäßige Treffen waren hier leichter möglich. Standen aber Schuljubiläen an, kamen auch die weiter entfernt lebenden "Altschüler" nach Ebstorf. Am 23. Juni 1905 reisten 400 Gäste nach Ebstorf, um das 50-jährige Bestehen der Georgsanstalt zu feiern. Grund zur Freude gab es reichlich: 1900 hatte der Flecken Ebstorf das Schulgebäude mit großem finanziellen Engagement erworben und renoviert. Zur 75-Jahr-Feier am 26. und 27. Juni 1930 waren es bereits 800 Gäste, die im Festumzug durch Ebstorf zogen. Auch bei diesem Jubiläum gab es besonderen Grund zur Freude: 1921 hatte der Flecken Ebstorf trotz der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse nach dem Ersten Weltkrieg erneut in die Schule investiert und einen Anbau mit vier neuen Klassenräumen ermöglicht, um der wachsenden Schülerzahl Herr zu werden. 1922 erwarb die Provinzialverwaltung Hannover sämtliche Liegenschaften der Schule und Versuchsanstalt und ließ etliche Modernisierungsarbeiten durchführen.

Schwierige Jahre

1929 schließlich erhielt die Schule die Berechtigung zur Erteilung der Mittleren Reife. So sah sich die Georgsanstalt zu ihrem 75. Geburtstag insgesamt gut aufgestellt "zu einem weiteren Vierteljahrhundert, das unserer Ackerbauschule eine weitere segensreiche Entwicklung in einem freieren Deutschland beschert!", wie es in der Grußadresse der Schule zum Jubiläum in der Ebstorfer Zeitung hieß. Diese Hoffnung erfüllte sich jedoch nicht. Denn schon zum 50-jährigen Bestehen des "Vereins alter Ebstorfer Ackerbauschüler" 1938 existierte die Georgsanstalt nicht mehr. Drastisch sinkende Schülerzahlen hatten noch 1932 zu einer Rettungsaktion von allen mit der Schule Verbundenen geführt: Der Verein hatte sich mit einem dringenden Appell an die Ehemaligen gewandt, die sich erneut für ihre Georgsanstalt einsetzten. Ebstorfer Bürger senkten die Mietpreise für die Schülerquartiere und stellten ihre Autos zur Verfügung, damit Lehrer, Bürgermeister und Altschüler an Landschulen neue Schüler werben konnten.

Alle Bemühungen wurden aber durch die Neuorganisation des landwirtschaftlichen Schulwesens durch die Nationalsozialisten, der auch die Georgsanstalt anheim fiel, zunichte gemacht. Am 26.3.1936 wurde der vorerst letzte Jahrgang von Absolventen der Georgsanstalt entlassen.

Wiedereröffnung der Schule nach dem Krieg

Und der "Verein alter Ebstorfer Ackerbauschüler"? Auf der Generalversammlung 1936 wurde der Beschluss gefasst, den Verein bestehen zu lassen, in der Hoffnung, die alte Schultradition irgendwann wieder aufleben lassen zu können. So stand der Verein in den folgenden Jahren quasi in den Startlöchern und konnte schließlich 1947 zusammen mit den Lehrern der Landwirtschaftsschule, der Kreisbauernschaft und dem Flecken Ebstorf die Verhandlungen mit der britischen Militärverwaltung und den zuständigen niedersächsischen Behörden über die Wiedereröffnung der Georgsanstalt aufnehmen.

Nach zwölf Jahren, am 1.4.1948, war es schließlich so weit, die Georgsanstalt öffnete offiziell wieder ihre Türen. Hier tat sich besonders Heinrich Hillmer aus Gerdau, Vorsitzender von 1913 bis 1949, hervor. 1949 wurde die Ebstorfer Ackerbauschule von behördlicher Seite in Landbauschule umbenannt, eine Namensgebung, der sich auch der Verein anpasste, indem er sich fortan „Verein Alter Ebstorfer“ nannte. Genauso groß wie die Freude über die Wiedereröffnung waren aber auch die Schwierigkeiten, die es zu bewältigen galt. Unmittelbar nach dem Krieg fehlte es an allem, an Mobiliar, Wandtafeln und Lehrmaterial für den Unterricht, an Wohnraum für Lehrer und auswärtige Schüler und nicht zuletzt an Brennholz für die Öfen in den Klassenräumen. Nur die Schüler kamen in großer Zahl, was zu drängender Raumnot führte, denn die Georgsanstalt musste sich in den ersten Monaten nach der Wiedereröffnung die Räumlichkeiten noch mit der Landwirtschaftsschule Uelzen und der LUFA teilen, die zwischen 1936 und 1948 hier untergebracht waren. Manche Probleme konnten schnell und unbürokratisch gelöst werden, wie die Beschaffung von Brennholz, die von den Schülern selbst in die Hand genommen wurde.

Die Wohnraumsituation für die Schüler besserte sich erst, als bis dahin nicht als Wohnraum zugelassene Räume umgewidmet wurden und dann als Schülerquartiere zur Verfügung standen. Die neu eingestellten Lehrer „hausten“ aber in den beiden ersten Jahren noch im Schulgebäude, bis sie in die Weinbergstraße umziehen konnten, wo der „Verein Alter Ebstorfer“ einen halbfertigen Rohbau gekauft und in Lehrerwohnungen hatte umbauen lassen. Das Vereinsleben selbst hatte über zwölf Jahre zwar keinen direkten Bezugspunkt mehr gehabt, war aber dennoch nicht zum Erliegen gekommen. 1948 lebte nach zehnjähriger Pause die Tradition der jährlichen Ebstorfer Mitgliederversammlungen, gekrönt von einem gemeinsamen Erbsensuppenessen, wieder auf. Jetzt konnten auch Mitglieder begrüßt werden, die zwar die Landwirtschaftsschule Uelzen besucht hatten, jedoch in den Räumen der Georgsanstalt. Denn der Direktor der Landwirtschaftsschule Probst und auch Landwirtschaftsrat Ahrenshop, ehemals Lehrer an der Georgsanstalt, hatten zwischen 1936 und 1947 alle Absolventen der Landwirtschaftsschule veranlasst, dem Verein beizutreten. So bildete der Verein das Bindeglied zwischen der alten und der neuen Georgsanstalt.

Finanzierung von Schulumbauten

In den folgenden Jahren zeigte sich, wie wichtig es gewesen war, den Verein nicht nur auf dem Papier bestehen zu lassen, sondern ihn weiterhin mit Leben zu füllen. Denn ohne dessen erneute finanzielle Unterstützung wären der Neubau der Werkhalle 1952, die heutzutage zwei Klassenräume beherbergt, und die umfangreichen Modernisierungsarbeiten im Schulgebäude nicht möglich gewesen. 25.000 DM brachte der Verein für den Bau der Werkhalle auf, die Erdarbeiten wurden von Schülern in Eigenleistung erbracht und die Landwirtschaftskammer steuerte das notwendige Werkzeug für den landtechnischen Unterricht bei.

Nachdem die LUFA 1954 wieder nach Braunschweig zurückgekehrt war, waren umfangreiche Renovierungsarbeiten am Hauptgebäude notwendig, denn die Räume hatten durch den intensiven Laborbetrieb massiv gelitten. Das wurde zum Anlass genommen, das Gebäude grundlegend umzugestalten. Es bekam ein neues Dach, wurde an die Kanalisation angeschlossen und mit Dusch- und Umkleideräumen ausgestattet. Im Dachgeschoss entstanden Aula und Lesezimmer und die Direktorenwohnung im Erdgeschoss wurde zu Büroräumen umgebaut. Wiederum beteiligte sich der Verein alter Ebstorfer an den Kosten, die das Schulbudget weit überschritten.

100 Jahre Georgsanstalt

Mit "geliftetem" Gesicht konnte die Georgsanstalt 1955 ihren hundertsten Geburtstag mit 1350 Gästen feiern, für den Verein Grund genug, als Geburtstagsgeschenk eine Festschrift herauszugeben, die nicht einfach nur die Geschichte der Schule beschreibt, sondern vielmehr aufzeigt, dass Modernität in der Georgsanstalt seit ihrer Gründung Tradition hat. Durch die Baumaßnahmen waren erneut Rahmenbedingungen für einen zeitgemäßen, praxisorientierten Unterricht geschaffen und damit ein Grundstein für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Schule gelegt worden.

Nachwuchsprobleme und Zusammenlegung

Nicht vorhersehbar schienen aber die Umstrukturierungen in der Landwirtschaft, denen vor allem viele Klein- und Nebenerwerbsbetriebe zum Opfer fielen, sodass es immer weniger Nachwuchs für die Landwirtschaftsschulen gab. Hinzu kam seit Beginn der 60er Jahre eine grundlegende Schulreform in Niedersachsen. Mit der Einrichtung von Realschulen verloren die Landwirtschaftsschulen ihre Funktion als weiterführende Schule im ländlichen Gebiet. Drastisch sinkende Schülerzahlen waren die Folge dieser Entwicklung, der viele landwirtschaftliche Fachschulen im Kammerbezirk Hannover zum Opfer fielen. 

Ende der 60er Jahre spitzte sich die Situation auch für die Georgsanstalt zu, denn in der Politik war man der Ansicht, dass zwei Landwirtschaftsschulen im Landkreis Uelzen zu viel seien. So drohte der Georgsanstalt wieder einmal die Schließung. Unter Mitwirkung des Vorsitzenden des "Vereins Alter Ebstorfer", Willi Scharnhop, der gleichzeitig auch Vorsitzender des 1952 gegründeten Landesverbandes ehemaliger Fachschüler und Vizepräsident des Bundesverbandes war, konnte ein Kompromiss erreicht werden. 1967 gingen die Leiter der Georgsanstalt und der Landwirtschaftsschule Uelzen zeitgleich in den Ruhestand. Diesen Umstand nutzte man, beide Schulen unter Leitung von Dr. Hans Günter Tiedge zusammenzulegen.

Dieser Kompromiss war in den Reihen der Vereinsmitglieder keineswegs unumstritten, hatte man doch lange Zeit für den  Erhalt der Georgsanstalt als selbständiger Schule gekämpft. Willi Scharnhop war es wichtig, den Fortbestand der Georgsanstalt zu sichern und gleichzeitig der Weiterentwicklung des Bildungswesens nicht im Wege zu stehen, was durch die Zusammenlegung beider Schulen unter dem Namen "Georgsanstalt" ermöglicht wurde, die damit zwei Standorte hatte. Mit der Zusammenlegung gingen auch Veränderungen im Bildungsangebot der Schule einher, deren bedeutsamste zunächst die Umwandlung der zweisemestrigen Winterschulen in Land- und Hauswirtschaft in Ganzjahresschulen und die Einrichtung einer Fachoberschule Landbau im Jahr 1971 waren.

Die Fachoberschule Forstwirtschaft

1975 folgte dann die Fachoberschule Forstwirtschaft, einzigartig im Bundesgebiet. Zusammen mit dem Landwirtschaftsgymnasium, das zwischen 1974 und 1981 ebenfalls an der Georgsanstalt geführt wurde, war die Einführung dieser beiden Schulformen nicht nur für die Schüler eine wichtige Neuerung. Wegen des andauernden Höfesterbens fehlte auch weiterhin der Nachwuchs für die landwirtschaftliche Aus- und Schulbildung, sodass die Fachoberschulen, deren Abschluss zum Studium an einer Fachhochschule qualifiziert, eine Investition in die Zukunft waren, von der der Standort Ebstorf noch heute profitiert.

Auch für den Verein brachte die Zusammenlegung eine wichtige Veränderung, denn 1973 fusionierten die Ehemaligenvereine beider Schulen unter dem neuen Namen "Verein landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen Ebstorf/Uelzen" mit insgesamt 1.500 Mitgliedern. Sein auch zahlenmäßiges Gewicht konnte der neue Verein in die Waagschale werfen, als es im Zusammenhang mit der Einführung des Landwirtschaftsgymnasiums erneut um die Aufhebung der Selbstständigkeit der Georgsanstalt und ihre Eingliederung in die Kreisberufsschule Uelzen ging, die 1974 noch erfolgreich abgewendet werden konnte.

125 Jahre Georgsanstalt

So feierte die Georgsanstalt 1980 weiterhin als selbstständige Schule in großem Stil ihr 125-jähriges Bestehen mit vielen prominenten Gästen und Festrednern. 1986 war dieser Schritt angesichts der weiterhin sinkenden Schülerzahlen jedoch nicht mehr aufzuhalten. Sachzwänge waren es, die letztlich auch Schulleitung und Vereinsmitglieder von der Notwendigkeit überzeugten. Die gewohnte Unterrichtsqualität könne nur gewährleistet werden, wenn es weiterhin genügend Fachlehrer gäbe, die ihr Spezialgebiet kompetent vertreten könnten, so die Argumentation der Bezirksregierung Lüneburg. Sollte die Georgsanstalt weiterhin selbständig bleiben, sei eine Streichung von Lehrerstellen jedoch nicht zu vermeiden. So erhielt die Georgsanstalt offiziell am 1.2.1987 ihren neuen Namen: "Georgsanstalt Ebstorf-Uelzen, Berufsbildende Schulen II des Landkreises Uelzen". Der traditionsreiche Name und auch der ebenso traditionsreiche Standort in Ebstorf, die Keimzelle der heutigen Georgsanstalt, blieben erhalten und auch der Geist der Schule, wie der Geschäftsführer des Ehemaligenvereins gegenüber den Vereinsmitgliedern betonte: "In der Schulgeschichte der Georgsanstalt hat es schon mehrfach solche tiefgreifenden Einschnitte und Wandlungen gegeben. Bleiben Sie dem Verein treu, vertrauen Sie dem Vorstand, der Geschäftsführung und der neuen Schulleitung! Sie werden auch in der neuorganisierten Georgsanstalt noch ihre alte Schule wiederfinden", ein Rat, dem die Mitglieder bis heute folgen.

Über 150 Jahre Georgsanstalt

Auch heute, 26 Jahre später, sind die Ehemaligen und seit 2012 auch die Freunde der Georgsanstalt verlässliche Partner für die Schule, denn die Unterstützung gilt nicht nur dem Standort Ebstorf, sondern der gesamten Schule. Ein deutliches Zeichen setzte hier die Festschrift anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Georgsanstalt, das auf dem Schulgelände in Ebstorf 2005 mit finanzieller Hilfe durch den Verein in großem Stil gefeiert wurde.

Sinkende Schülerzahlen bleiben ein Problem, mit dem die Georgsanstalt und insbesondere der Standort Ebstorf nach wie vor zu kämpfen hat. Wie ein roter Faden zieht sich der "Kampf ums Überleben" der Ebstorfer Georgsanstalt durch die Geschichte des Vereins. Ob 1888 oder 2013, ohne die Ehemaligen und Freunde der Georgsanstalt wäre dieser Kampf noch schwieriger zu führen.

Der Text erschien 2013 in der Festschrift zum 125-jährigen Bestehen des VEdG.(ISBN 978-3-00-042111-2)

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2013 | 125-jähriges Vereinsjubiläum

Am 22. Juni 2013 fand mit vielen Gästen aus dem In- und Ausland unsere Jubiläumsfeier zum 125-jährigen Bestehen des Vereins der Ehemaligen und Freunde der Georgsanstalt in Ebstorf statt. Es gab viele, oft überraschende Begegnungen, anregende Gespräche, Fachsimpeleien und Schwelgen in Erinnerungen...

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Der Festtag begann mit Kranzniederlegungen an den Gedenksteinen für die Opfer der Weltkriege. Schülerinnen und Schüler der Fachoberschulen trugen dazu im Religionsunterricht entstandene Texte und Reflektionen vor. Beim Gottesdienst in der Ebstorfer Klosterkirche begleitete uns der Posaunenchor - übrigens mit unserem ehemaligen Schulleiter Dr. Hans-Georg Seidenkranz. Pastor Friebe vom Kirchlichen Dienst auf dem Lande hielt uns die Predigt, die wir in der nächsten Ausgabe der Stimmen abdrucken werden.

Im Schützenhaus servierte uns Bernd Marquardt vom Unteren Krug als Stärkung für die Nachmittagsveranstaltung einen deftigen Eintopf. Die Schützengilde, der wir sehr dankbar sind für die jährliche Bereitstellung des Schützenhauses, war durch eine Delegation des Jägercorps vertreten. Im Anschluss konnten wir viele Gäste aus dem In- und Ausland begrüßen. Eine starke Delegation unserer Partnerschule aus Taiwan war anwesend und überschüttete uns mit Geschenken. Der Einzelgast mit der weitesten Anreise war Fritz Hockemeyer von den "Nashörnern" aus British Columbia in Kanada, der eigens zur Jubiläumsfeier gekommen war. Nach den Grußworten der politischen Repräsentanten hielt der ehemalige Vorsitzende des Agrarausschusses im Europaparlament Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf den Festvortrag über die Notwendigkeit bäuerlicher Landwirtschaft. Anschließend fand das derzeitige "Obernashorn" Wulf Petram aus Nienburg / Weser die richtigen Worte der Ermutigung für die Schüler und Erinnerung für die Ehemaligen. Er wird auch am 11. Juli 2014 vor dem Grünen Ball zu uns sprechen. Wir freuen und darauf, denn ihm kann man gut zuhören!

Nach Kaffetrinken und Klönschnack gab es Tanzvorführungen von jungen Leuten des Uelzener Sportvereins durch Vermittlung unserer Kollegin Anne von Estorff. Vor dem Abendessen gab es ein kleines Konzert der Big Band Bad Bevensen unter der Leitung von Matthias Torp. Dann erfolgte die feierliche Aufnahme neuer Mitglieder in den Verein. Der Tanz dauerte bis in die frühen Morgenstunden und wurde nur noch einmal durch die Uelzener Breakdancer unterbrochen. Übrigens, der Discjockey Rainer Bonewitz ist auch ein Ehemaliger der Georgsanstalt... Kurz gesagt: Es war ein rauschendes Fest!

Fotografien der Jubiläumsfeier hat in einem Webalbum, Reinhard Klepsch (VEdG Geschäftsführung) zusammengestellt. Fotos: Jochen Quast. Hier können Sie das Webalbum ansehen >

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1855-2005 | Schuljubiläum: 150 Jahre Georgsanstalt

Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Georgsanstalt ist eine umfangreiche Festschrift erschienen, herausgegeben vom langjährigen VEdG-Geschäftsführer und Lehrer der Georgsanstalt Hans-Ludwig Greve, mit dem Titel: "150 Jahre Georgsanstalt 1855–2005. Beiträge zur Entwicklung landwirtschaftlicher Bildung in der Region Uelzen".
(Ebstorf 2005, ISBN 3-00-016043-4)

Neben einer Bestandsaufnahme der Schule im Jubiläumsjahr werden darin auch die historische Einbettung in den Landkreis, die Schulgeschichte und die regionale Agrargeschichte thematisiert. Ein großer Abschnitt des Buches ist außerdem den beruflichen Werdegängen ehemaliger Schüler und Schülerinnen und Lehrerkräfte gewidmet. Dabei zeichnen sich in den autobiographischen Texten nicht nur die individuellen Berufslaufbahnen ab. Es werden hier auch persönliche Entwicklungsmöglichkeiten in einer großen Bandbreite aufgezeigt, die nicht zuletzt auch den gesellschaftlichen Strukturwandel einer großen Zeitspanne reflektieren.

Das 150-jährige Jubiläum der Georgsanstalt wurde 2005 mit großen Festlichkeiten unter erheblicher finanzieller Beteiligung des VEdG begangen.